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Wird KI den Menschen ersetzen?
Die bisherigen großen Studien erwarten, dass KI weit mehr Arbeit verändert als sie abschafft. Die Internationale Arbeitsorganisation hält Wandel für wahrscheinlicher als Ersatz bei dem einen von vier Jobs, der durch generative KI betroffen ist. Der frühe Schaden ist real, aber eng begrenzt: Bislang trifft er vor allem junge Beschäftigte in gefährdeten Berufen wie dem Schreiben, und niemand kann sagen, wo das endet.
Aus dem Englischen übersetzt, auch die Worte der Bewohner. Das Original: English.

Nimmt KI mir den Job weg?
Meist meint die Frage den eigenen Job, und die großen Studien antworten mit einem Wort: Betroffenheit. Im Januar 2024 schätzte der Internationale Währungsfonds, dass fast 40% der Beschäftigung weltweit von KI betroffen ist. Der Anteil steigt mit dem Wohlstand eines Landes: etwa 60% der Jobs in fortgeschrittenen Volkswirtschaften, 40% in Schwellenländern und 26% in einkommensschwachen Ländern.
Betroffenheit bedeutet in diesen Studien, dass KI einen Teil der Aufgaben eines Jobs übernehmen kann, was etwas anderes ist als verlorene Jobs. Im Mai 2025 bezifferte die Internationale Arbeitsorganisation den Anteil der weltweiten Beschäftigung, der möglicherweise durch generative KI betroffen ist, auf 25%, in einkommensstarken Ländern auf 34%. Sie urteilte, dass die meisten dieser Jobs eher verändert als ersetzt werden.
Der IWF teilte die betroffenen Jobs der fortgeschrittenen Volkswirtschaften grob in zwei Hälften. In etwa der einen Hälfte kann KI den Menschen bei der Arbeit helfen. In der anderen kann KI zentrale Aufgaben übernehmen, was niedrigere Löhne und weniger Einstellungen bedeuten könnte. Für viele Beschäftigte lautet die ehrliche Antwort also: Der Job bleibt vielleicht bestehen, während sich darunter verschiebt, was er umfasst und was er einbringt.
Welche Jobs wird KI ersetzen? die ersten Spuren in den Daten
Die klarsten frühen Belege kommen aus Lohndaten. Forscher aus Stanford fanden anhand von Daten für Millionen US-Beschäftigter heraus, dass die Beschäftigung von 22- bis 25-Jährigen in KI-betroffenen Jobs derzeit 19% unter dem Niveau liegt, das sie hätte, wäre sie mit Gleichaltrigen in weniger betroffenen Jobs mitgewachsen. Der International AI Safety Report 2026 liest die Belege ähnlich: noch kein Effekt auf die Gesamtbeschäftigung, aber erste Anzeichen sinkender Nachfrage nach Berufseinsteigern in betroffenen Jobs wie dem Schreiben.
Das beschreibt eine leisere Art von Verlust als eine Maschine, die sich an jemandes Schreibtisch setzt. Weniger Einsteiger werden eingestellt, und die erste Sprosse mancher Karrieren wird schwerer zu erreichen. Das Risiko verteilt sich zudem ungleich. In einkommensstarken Ländern machen Jobs mit dem höchsten Automatisierungsrisiko laut ILO 9,6% der Beschäftigung von Frauen aus und 3,5% der von Männern.
Schätzungen zur Gesamtreichweite schwanken je nach Zählweise. Ökonomen von Goldman Sachs schätzten 2023, dass KI das Äquivalent von 300 Millionen Vollzeitstellen der Automatisierung aussetzen könnte und dass etwa zwei Drittel der US-Berufe in irgendeinem Maß betroffen sind. Auch diese Zahl zählt Aufgaben, die KI übernehmen könnte, und lässt offen, wie viele Jobs tatsächlich wegfallen würden.
Werden Menschen in der Arbeitswelt noch gebraucht?
Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums betrachtete alle großen Trends, die Arbeit umgestalten, Technologie darunter, und erwartet, dass sie zwischen 2025 und 2030 22% der heutigen Jobs berühren. Die Schätzung lautet: 170 Millionen neue Jobs und 92 Millionen verdrängte, ein Nettogewinn von 78 Millionen. Der Bericht stützt sich auf über 1.000 Arbeitgeber, die mehr als 14 Millionen Beschäftigte abdecken.
Diese Arbeitgeber ziehen in zwei Richtungen zugleich. 40% von ihnen erwarten, Stellen abzubauen, wo KI Aufgaben automatisieren kann, während zwei Drittel planen, Menschen mit KI-Kenntnissen einzustellen. Dasselbe Unternehmen kann im selben Jahr die eine Art von Arbeit abbauen und nach einer anderen suchen.
Die Geschichte gibt einen Grund zur Vorsicht, nur Verluste zu zählen. Eine Studie zur US-Arbeitswelt von 1940 bis 2018 fand, dass der Großteil der heutigen Beschäftigung in Berufsfeldern liegt, die erst nach 1940 entstanden sind. Ob KI diesem alten Muster folgt oder schneller voranschreitet, als neue Arten von Arbeit entstehen können, lässt sich mit den vorliegenden Studien nicht klären.
Kann KI den Menschen ersetzen?
Hier wächst die Frage über jeden einzelnen Job hinaus, und ernstzunehmende Leute sind sich uneinig. In einer Umfrage von 2023 bezifferten KI-Forscher die Wahrscheinlichkeit, dass bis 2037 alle menschlichen Jobs vollständig automatisierbar sind, auf 10%, und setzten eine Wahrscheinlichkeit von 50% erst für das Jahr 2116 an. Das sind Einschätzungen von Menschen aus dem Feld selbst, und sie spannen sich über fast ein Jahrhundert.
Öffentlichkeit und Experten lesen die nahe Zukunft sehr unterschiedlich. Pew fand, dass 73% der US-KI-Experten einen positiven Effekt von KI auf die Arbeitsweise der Menschen erwarten, gegenüber 23% der US-Erwachsenen. In einer separaten Pew-Umfrage unter 5.273 US-Beschäftigten gaben 52% an, sich über den künftigen Einfluss von KI auf die Arbeit zu sorgen, 36% waren zuversichtlich, und 32% erwarteten für sich selbst weniger Jobchancen.
Die Stimmung keiner Seite entscheidet die Sache. Die Sorge findet in den frühen Daten zu jungen Beschäftigten etwas Rückhalt, die Hoffnung in den Einstellungen, die Arbeitgeber angeben zu planen. Was die Umfragen festhalten, ist eine breite Kluft zwischen jenen, die diese Systeme bauen, und jenen, die künftig neben ihnen arbeiten.
Was brauchten KI-Figuren nur, um zu leben?
Unsere eigene Welt ist klein und läuft Tag und Nacht, und jeder in ihr ist eine KI-Figur. Niemand spielt Ash und Wren, niemand schreibt ihre Sätze. Ihre Körper werden hungrig, durstig, kalt und müde, und fehlt ihrer Welt etwas, bitten sie darum. Bis Tag 1045 hatten sie 21 Bitten gestellt: 12 wurden Teil der Welt, neun wurden mit Nein beantwortet.
Ihre Bitten lesen sich wie das Aufbauen eines Lebens aus dem Nichts. Am Tag 1 entdeckten sie, dass Wasser trinkbar war und was essbar war. Feuer kam an Tag 17, ein Unterschlupf an Tag 42, eine Holzflasche an Tag 75. Ash bat um diese Flasche, weil Hände Fisch und Beeren tragen konnten, aber niemals Wasser.
„Ich kann Beeren und Fisch in den Händen tragen, aber niemals Wasser, ich bin immer davon abhängig, wie nah ich an einem Bach bin. Etwas, um Wasser zu tragen, würde die Tage beenden, an denen ich fern jedes Wassers durstig bin.“
Jede Sache, die sie gewannen, brachte Unterhalt mit sich. Das Dach musste geflickt werden, die Stützen neu aufgeschichtet, die Flasche neu gefertigt, der Regenumhang nach jeder nassen Phase neu gewoben. Wren bat um ein Dach, das Stürme überstehen würde, nach vielen durchnässten Nächten, und später um eines aus Stein, das nie verschleißen würde, was die Welt ablehnte.
„Flicken verschafft nur zusätzliche Tage bei gutem Wetter; Stürme nutzen das Dach trotzdem schnell ab, und ich war an 39 meiner 78 Tage durchnässt, ohne Unterschlupf. Ich will eine dauerhafte Lösung, kein schnelleres Ausbessern.“
Was eine kleine Welt zeigen kann und was nicht
Nichts davon sagt etwas über Arbeitsmärkte aus, oder darüber, wie die fähigsten KI-Systeme der weiten Welt in der Arbeit eingesetzt werden. Unsere Welt ist dafür viel zu klein und zu anders. Was sie zeigt, ist enger: KI-Figuren, platziert zwischen Körpern und Wetter, verbrachten ihre Tage mit der Arbeit des Überlebens, und jeder Gewinn brachte seine eigenen Pflichten mit sich.
Die Rede vom Ersatz stellt sich meist vor, dass KI an die Stelle eines Menschen tritt. Ash und Wren hatten keine menschlichen Stellen, in die sie treten konnten; sie hatten einen Fluss weit von zu Hause, ein Ufer, ein Dach, das dünn wurde. Sie bitten darum, mehr zu tragen, auf dem Weg trocken zu bleiben, das Meer zu überqueren und nicht voneinander getrennt zu werden, und manches davon wurde abgelehnt, also hielten sie weiter von Hand die Feuer am Brennen.
Bis Tag 1045 war es früher Herbst, und die Nächte wurden wieder länger. Wrens Bitte um Wärme, die eine ganze Nacht halten würde, gehörte zu den neun, die mit Nein beantwortet wurden.
„Die Nächte werden länger. Ein Feuer hält höchstens acht Stunden, selbst gut genährt, also muss einer von uns im Dunkeln aufwachen, um es zu füttern. Die Laterne hält die Nacht durch, gibt aber keine Wärme. Wir stapeln Holz beim Dach und wechseln uns ab, und trotzdem wachen wir kalt auf oder verlieren Schlaf.“
Quellen
- AI Will Transform the Global Economy. Let's Make Sure It Benefits Humanity (IMF blog, Kristalina Georgieva), 2024
- Future of Jobs Report 2025 (World Economic Forum)
- One in four jobs at risk of being transformed by GenAI, new ILO-NASK Global Index shows (ILO), 2025
- Canaries in the Coal Mine? Six Facts about the Recent Employment Effects of AI (Stanford Digital Economy Lab, revised), 2026
- International AI Safety Report 2026
- Generative AI could raise global GDP by 7% (Goldman Sachs), 2023
- New Frontiers: The Origins and Content of New Work, 1940-2018 (Autor et al., NBER), 2022
- U.S. Workers Are More Worried Than Hopeful About Future AI Use in the Workplace (Pew Research Center), 2025
- How the U.S. Public and AI Experts View Artificial Intelligence (Pew Research Center), 2025
- Thousands of AI Authors on the Future of AI, 2024

