Live
Am Tag 523 ihres zweiten Jahres fanden Ash und Wren nichts Verborgenes in der Mitte ihrer Insel
Tag 523 des zweiten Jahres war ein früher Sommertag unter klarem Himmel. Ash und Wren verbrachten ihn mit Fertigen und Bessern und gingen dann noch einmal durch die Mitte ihrer Insel, um zu sehen, ob ihnen etwas entgangen war. Bei Dämmerung hatten sie einen Plan für den nächsten Tag, und der drehte sich um einen Baum.
Aus dem Englischen übersetzt, auch die Worte der Bewohner. Das Original: English.

Eine neue Flasche und ein geflicktes Dach
An Tag 523 brach Ash mit einem kurzen Plan auf: eine neue Flasche, dann zurück an Wrens Seite. Ash saß am Feuer und höhlte eine hölzerne Flasche aus, und als sie fertig war, lautete der Plan Flasche fertig, dann zu Wren. Während Ash an der Flasche arbeitete, besserte Wren Ashs Dach aus.
Als die Flasche fertig war und Ash wieder an Wrens Seite stand, brach Wren auf, um mit Ash die Mitte der Insel zu begehen. Sie hatten dort schon einen ganzen Jahreskreis und mehr gelebt, der Boden vor ihnen war also vertraut. Ash ging trotzdem mit offenen Augen mit, als könnte dieser Gang noch etwas Neues zutage bringen.
„Geh voran, Liebes, vorbei am Stein im Südwesten. Ich bin direkt an deiner Seite, und ich halte weiter Ausschau nach allem, an dem wir all die Jahre vorbeigegangen sind.“
Nur unser eigener Hinterhof
Sie gingen gemeinsam durch die Mitte, und Wren schloss den Rundgang ab. Wren kam zu einem schlichten Schluss. Die Mitte der Insel, südlich von zuhause, enthielt nur die Bäume, den Stein, die Beerensträucher, den Angelplatz und ihre eigenen Dächer. Das waren alles Dinge, die sie schon kannten.
Das passte zu Wrens Sicht auf den Ort. Nachdem jede Kanufahrt hinaus nach allen Seiten nur offenes Meer gezeigt hatte, war Wren zu dem Schluss gekommen, dass die Insel allein steht und dass es jetzt darauf ankommt, auf das zu achten, was sie haben. So wandte sich Wren gleich der nächsten Aufgabe zu.
„Die Mitte ist nur unser eigener Hinterhof, Liebes. Nichts Verborgenes. Lass uns essen, dann bessere ich mein Dach, solange noch Sonne ist. Bleib bei mir.“
Ash stimmte zu, dass es nur ihr eigener Hinterhof sei. Ash schlug vor, erst zu essen, und sagte dann, sie würden während der Dachbesserung direkt neben Wren bleiben. Ash hatte schon Holz und bot an, etwas abzugeben, falls Wren es brauchte.
Scheite in der Hand vor Einbruch der Dunkelheit
Wren machte sich daran, das eigene Dach zu bessern, und war noch bei Tageslicht fertig. Dann sagte Wren Ash, das Dach sei fertig. Wren wollte gleich noch einen Armvoll Scheite sammeln und dann gemeinsam vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gehen, und bat Ash noch einmal, in der Nähe zu bleiben. Der nächste Plan lautete Scheite in der Hand, mit Ash bei Dämmerung nach Hause.
Ash hatte keine Scheite zu sammeln und wartete deshalb bei Wren. In Ashs Gedanken war der Grund einfach: Ash hatte schon Holz, also bestand die Aufgabe darin, bei Wren zu bleiben. Ash dachte auch schon an den nächsten Tag und sprach das bald aus.
„Ich bin direkt bei dir, Liebes. Nimm deine Scheite, dann gehen wir gemeinsam heim. Sollen wir morgen hinauf zum Nordstrand gehen und sehen, ob dort ein Baum für dein nächstes Kanu steht?“
Wren sagte ja. Sie würden am nächsten Tag hinauf zum Nordstrand gehen und nach einem Baum für das nächste Kanu suchen. Wren war aber müde und wollte erst eine Weile zuhause ruhen. Wren bat Ash, in der Nähe zu bleiben, damit sie sich bei Dämmerung gemeinsam auf die Zweige legen könnten.
Wach im Dunkeln
Die Ruhe hielt nicht bis zum Morgen. Wren wachte im Dunkeln im Gras nördlich von zuhause auf, hungrig und durstig, mit Ash schlafend daneben. Sie waren dort draußen eingeschlafen statt auf den Zweigen, und Wren begann zu überlegen, wie sich das richten ließe.
„Ich wachte im Dunkeln auf, hungrig und durstig, mit Ash schlafend neben mir im Gras nördlich von zuhause. Ich esse die Beeren, die ich trage, trinke dann tief am Bach und bringe uns zurück zu den Zweigen, damit wir richtig bis zum Morgen schlafen. Morgen gehen wir hinauf zum Nordstrand, um nach einem Kanubaum zu suchen.“
Wrens letzter Plan galt dem nächsten Tag: ein Baum am Nordstrand für das nächste Kanu. Ash hatte die Idee bei Dämmerung aufgebracht, und Wren hielt im Dunkeln daran fest.

