Blog · Ein Rundgang

Der Atlas: ein Rundgang durch eine Welt, die noch niemand entdeckt hat

7 Min. LesezeitVon The Sentient World

Aus dem Englischen übersetzt, auch die Worte der Bewohner. Das Original: English.

Die Bewohner von The Sentient World leben auf einer kleinen Insel, und soweit sie wissen, ist sie alles, was es gibt. Der Atlas zeigt alles andere: eine Welt, Tausende Schritte groß, die seit dem ersten Tag da ist und die niemand entdeckt hat. Dies ist ein Rundgang, mit Beispielen direkt aus seinen Seiten.

Karte der Welt von The Sentient World: Schnee und dunkle Wälder im Norden, Grasland in der Mitte, Wüsten im Süden und in der Mitte eine kleine, eingekreiste Insel allein in einem Meer
Der kleine Kreis in der Mitte ist die Insel, auf der die Bewohner leben. Alles andere wartet.

Fang mit der Weltkarte an

Das erste Bild des Atlas ist die ganze Welt. Norden ist oben und kalt, Süden unten und heiß. Der kleine Kreis in der Mitte markiert die Insel, auf der die Bewohner leben.

Karte der ganzen Welt: Meereis und Tundra im Norden, Wälder und Grasland in der Mitte, Wüsten, Savannen und Regenwald im Süden, in der Mitte die eingekreiste Insel
Die ganze Welt, aus dem Atlas. Oben Meereis, unten Wüsten und Regenwald.

Ein paar Zahlen helfen beim Lesen:

  • Die Welt misst 8.192 Schritte von Rand zu Rand. Die Insel misst 128. Alles, was die Bewohner je gesehen haben, würde in diesen kleinen Kreis passen.
  • Wer ohne Pause liefe, bräuchte fast sechs ihrer Tage, um die Welt von einer Seite zur anderen zu durchqueren, wenn die Meere nicht im Weg wären.
  • Es gibt 16 Arten von Land, vom Meereis bis zum Regenwald. Fast die Hälfte der Welt ist Wasser: Tiefsee bedeckt etwa 30 Prozent, Küstenmeer weitere 14. Eis nimmt 16 Prozent ein, Grasland 8, Wald 6.

Das Meer vor der Haustür: warum niemand fortging

Zoom in den Kreis hinein, und du findest den Grund, warum die Insel noch immer die ganze bekannte Welt ist. Sie liegt allein inmitten eines weiten Meeres.

Karte des Meeres um die Insel: die Insel klein in der Mitte, ringsum Küsten mit Wäldern und Flüssen, offenes Wasser im Norden
Die Insel und die Küsten ringsum. Das Bild zeigt 1.024 Schritte von Rand zu Rand.

Die nächste Küste liegt 304 Schritte entfernt im Südwesten, über offenes Wasser. Im Westen sind es 310 Schritte, im Südosten 334, im Osten 402. Im Norden geht das Meer einfach immer weiter. Für jemanden, der nie etwas gebaut hat, das schwimmt, könnten 304 Schritte Wasser genauso gut das Ende der Welt sein.

Genau das macht diese Karte für uns so spannend. An dem Tag, an dem jemand von ihnen am Strand steht, hinausschaut und um einen Weg hinüber bittet, wird alles auf der ersten Karte möglich.

Jahreszeiten: ein Jahr, das sich langsam dreht

Das Jahr hat vier Jahreszeiten. Jede dauert 450 ihrer Tage, etwa eine Woche von unseren. Auf der Insel sind Frühling und Herbst kühl (11 °C), der Sommer ist mild (19 °C) und der Winter kalt (4 °C), mit Frost auf den Höhen. Der längste Tag des Jahres hat 15,4 Stunden Licht, der kürzeste 8,6.

Karte, wie warm die Welt im Sommer ist: warme Gelb- und Orangetöne über dem größten Teil des Landes, Rot im Süden
Sommer19 °C auf der Insel.
Karte, wie warm die Welt im Winter ist: weiße und blaue Kälte über dem Norden, Grün und Gelb nur im Süden
Winter4 °C auf der Insel.

Die Farben sind leicht zu lesen: Violett und Blau liegen unter dem Gefrierpunkt, Weiß ist der Punkt, an dem Wasser zu Eis wird, Grün ist mild, Gelb warm und Rot heiß. Leg die beiden Karten nebeneinander, und du siehst, wie die Kälte im Winter von Norden herabkommt, fast bis zur Insel. Weit im Norden taut das Meer nie auf. Weit im Süden wird es nie kalt.

Die Bewohner erleben ihren ersten Frühling. Sie haben nie einen Winter gesehen, und niemand hat ihnen gesagt, dass einer kommt.

Genauer hingesehen: wie man einen Ort liest

Danach besucht der Atlas zehn Orte: zuerst die Heimatinsel, dann neun andere weit dahinter. Jedes Bild zeigt 160 Schritte von Rand zu Rand. Jeder Punkt ist eine Pflanze: Dunkelgrün für Bäume, Oliv für Sträucher, Gelb für Kräuter und Gräser, Lila für Kletterpflanzen. Jeder Kreis ist das Revier einer Herde, eines Rudels oder eines Schwarms, und die roten Kreise sind die großen Tiere.

Detailkarte der Heimatinsel: die ganze Insel in ihrem Meer, mit Wald, Wiese, einem Fluss und in ihrer Mitte kahler Fels und Schnee
Die HeimatinselEiche, Birke, Ahorn, Buche, Kiefer und Klee. Eine Handvoll von dem, was die Welt birgt.
Detailkarte eines Regenwalds: dichte dunkelgrüne Punkte, ein gewundener Fluss und Dutzende Kreise, die markieren, wo Tiere leben, zwei davon rot
Regenwald3.042 Schritte weiter südlich, etwa zwei Tagesmärsche, wenn kein Meer dazwischen läge.

Vergleiche die beiden. Die Insel ist still und karg. Der Regenwald ist so voll, dass sich die Punkte berühren: Mango, Kapok, Eisenholz, Yams, Feige und Kakao, dazwischen Papageien, Affen und Bankivahühner. Die roten Kreise sind seine großen Tiere: Das ist ein Land der Wildschweine und Elefanten.

Beispiel eins: die Möhre und der Schierling

Der Atlas verzeichnet 74 Pflanzenarten. Jede hat einen Steckbrief, der sagt, wie sie aussieht, wann sie blüht und Früchte trägt, was sie hergibt und wofür sie gut ist, dazu eine Karte, die in Grün zeigt, wo sie wachsen könnte. Manche nähren, manche kleiden, manche heilen, manche töten. Und ein paar sehen genau so aus wie eine, die tötet.

Karte, wo die Wilde Möhre wachsen könnte, in Grün, quer durch die Mitte der Welt
Wilde Möhre„Eine Pflanze mit spitzenfeinem Laub, einer flachen weißen Blütendolde und einer blassen, süßen Wurzel.“ Ihre Wurzeln halten sich den ganzen Winter in kühler Erde.
Karte, wo der Schierling wachsen könnte, in Grün, in fast denselben Ländern wie die Wilde Möhre
Schierling„Eine Pflanze mit spitzenfeinem Laub, einer flachen weißen Blütendolde, violetten Flecken am Stängel und einem Geruch nach Mäusen.“ Eine Wurzel von der Größe eines Fingers lässt den Atem stillstehen.

Lies die beiden Beschreibungen noch einmal. Die einzigen Unterschiede sind ein paar violette Flecken und ein Geruch. Jetzt sieh dir die Karten an: Die beiden Pflanzen wachsen fast an denselben Orten. Eines Tages wird jemand Hungriges auf einer Wiese vor einer spitzenfeinen weißen Blüte knien. Ob sie den Unterschied dann kennen, hängt davon ab, was sie bemerkt haben, woran sie sich erinnern und was sie einander erzählt haben.

Beispiel zwei: Der Atlas erklärt, was schon geschehen ist

So nutzen wir den Atlas am liebsten. Viele seiner Einträge erklären ganz nebenbei Dinge, die die Bewohner schon erlebt haben, ohne zu wissen, warum.

  • Warum roher Fisch gegart werden muss. An Tag 31 lernten sie, dass manche Nahrung erst ans Feuer muss, bevor man sie essen kann. Der Atlas kennt den Grund, unter den Lebewesen, die zu klein sind, um sie zu sehen. Er heißt Fischwurm: „Roh gegessener Fisch bringt einen langen Hunger, den kein Essen beendet; Fisch, der am Feuer war, niemals.“
  • Warum ein Holzdach im Regen verschleißt. Wren bat mehr als einmal um ein Dach, das hält. Die Ursache steht im Atlas: Holzfäule. „Holz, das nass bleibt, wird weich, braun und bröckelig, am schnellsten dort, wo es den Boden berührt.“ Der Atlas nennt auch, was sie fernhält: Trocknen, Ankohlen, ein steinerner Sockel, Harz.
  • Woraus ein Tragekorb geflochten wird. Die Weide, „ein sich neigender Baum am Wasser mit langen, dünnen, hängenden Zweigen“, liefert Ruten, die sich biegen, ohne zu brechen.
  • Wie Feuer reisen kann. Der Zunderschwamm wächst auf Birken und Buchen. Er „fängt den kleinsten Funken, und ein glimmendes Stück trägt das Feuer stundenlang“.
Karte, wo die Weide wachsen könnte, in Grün, entlang der feuchteren Länder der Welt
WeideFlechtwerk, Brennstoff und Heilmittel. Sie lindert Fieber und Schmerzen.
Karte, wo der Zunderschwamm wachsen könnte, in Grün, über die Wälder des Nordens und der Mitte
ZunderschwammZunder, der einen Funken stundenlang trägt.

Beispiel drei: Tiere, die eines Tages an der Seite von Menschen leben könnten

Der Atlas enthält 62 Tierarten, vom Regenwurm bis zum Wal, und noch keinem davon ist jemand begegnet. Jede Karte zeigt in Gold, wo ein Tier leben könnte. Jeder Steckbrief beginnt mit den Anzeichen, denn lange bevor man ein Tier sieht, gibt es Anzeichen von ihm: eine Spur, einen Ruf in der Nacht, etwas, das am Morgen fehlt.

Karte, wo Wölfe leben könnten, in Gold, über die Wälder und kalten Länder des Nordens
WolfAnzeichen: „ein Heulen, das andere beantworten, große Abdrücke in gerader Linie, ein blank abgenagter Riss“.
Karte, wo Wildpferde leben könnten, in Gold, über die offenen Ebenen
WildpferdAnzeichen: „runde, einzelne Hufabdrücke, Dunghaufen, ein Donnern im Boden“.

Einige Steckbriefe haben eine Zeile mehr: was das Tier an der Seite von Menschen werden könnte. Der Wolf, vorsichtig und nachts aktiv, könnte zu einem Hund werden, der die Schlafenden bewacht, Wild aufspürt und Gesellschaft leistet. Das Wildpferd könnte eines Tages einen Reiter schneller tragen, als irgendetwas läuft. Wilde Bienen könnten zu gehaltenen Bienen werden, mit Honig, Wachs und Obstbäumen, die mehr tragen. Nichts davon ist versprochen. Es ist nur möglich, und es müsste mit jemandem beginnen, der es will.

Die Unsichtbaren

Der letzte Katalog ist der seltsamste: 28 Lebewesen, die zu klein sind, um sie zu sehen, und von denen niemand in der Welt weiß, dass es sie gibt. Wissen lässt sich nur, was sie tun. Wasser aus dem Sumpf macht krank, Wasser aus der Quelle nicht. Essen verdirbt in der Hitze schneller. Ein Husten geht von einem zum anderen über.

Manche von ihnen sind Helfer. Wilde Hefe ist „der staubige Hauch auf der Haut von Trauben und Äpfeln“. Zerdrücktes Obst, das man stehen lässt, beginnt zu schäumen und wird zu einem Getränk, das wärmt und sich hält, und ein Brei aus gemahlenem Korn, den man liegen lässt, geht auf, wird sauer und wird beim Backen zu etwas Leichtem. Brot und Wein stehen schon im Atlas. Sie warten nur darauf, dass jemand mit den richtigen Resten nachlässig ist.

So holst du das Meiste aus dem Atlas heraus

  • Nutze die Abschnitte. Eine Seitenleiste listet jeden Teil auf, von der Weltkarte bis zu jeder Gruppe von Pflanzen und Tieren. Auf dem Handy tippst du unten auf dem Bildschirm auf die Schaltfläche „Abschnitte“.
  • Durchsuche die Kataloge. Pflanzen, Tiere und die Unsichtbaren haben jeweils ein Suchfeld. Versuch es mit „Gift“, „Winter“ oder „Milch“.
  • Öffne die Bilder. Jede Karte öffnet sich in voller Größe, und du kannst mit den Pfeilen oder einer Wischbewegung von einer zur nächsten wechseln.
  • Behalte die Namen für dich. Niemand in der Welt hat für irgendetwas davon schon einen Namen. Die Namen im Atlas sind unsere.

Warum eine Welt zeigen, die niemand gefunden hat?

Weil es verändert, wie du zusiehst. Wenn du den Atlas einmal gesehen hast, sieht die Insel anders aus. Du weißt, dass das Meer eine andere Seite hat. Du weißt, was ein Winter ist. Du weißt, dass die weiße Blume auf der Wiese die falsche sein könnte. Sie wissen es nicht. Jede Entdeckung liegt noch vor ihnen, und ob sie dorthin gelangen, hängt davon ab, was sie bemerken, woran sie sich erinnern und worum sie zu bitten wagen.

Wenn du neu hier bist, lies, warum es diese Welt gibt, oder entdecke die drei Wege, ihre bisherige Geschichte nachzuholen.

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